Château de Montsoreau
Das Château de Montsoreau ist das einzige Schloss im Loiretal, das unmittelbar im Flussbett errichtet wurde: Es thront auf einem vorspringenden Kalkfelsen namens „Montsoreau“ an der Mündung der Vienne in die Loire – das Wasser reicht buchstäblich bis an sein Fundament. Seine Geschichte umspannt zwei Jahrtausende: Auf demselben Felsen standen nacheinander ein römischer Tempel oder eine Villa, um die Jahrtausendwende eine Festung des Grafen Foulques Nerra und schließlich, am Ausklang des Hundertjährigen Krieges mit Billigung Karls VII., das heutige Schloss, das Jean II. de Chambes zwischen mittelalterlicher Burg und Renaissance-Herrenhaus erbaute. Das Château gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe Loiretal und ist der Schauplatz von Alexandre Dumas’ Roman „Die Dame de Monsoreau“. Vom kleinen Flussufer-Tor die Treppe hinauf erwartet den Besucher eine Kapelle, ein Burghof mit Galgen, ein ehemaliger Flusshafen und Mauern aus neunzigtausend Kalksteinblöcken – jeder mit einer Geschichte, die sonst niemand erzählt.
Frankreich · 27 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Château de Montsoreau – Museum für zeitgenössische Kunst
In diesem Schloss aus dem 15. und 16. Jahrhundert hängen keine gewöhnlichen Gemälde: Seine Wände beherbergen die weltweit größte Sammlung von Werken der Künstlergruppe Art & Language. Diese britisch-amerikanisch-australische Gruppe gilt als eine der Gründerfiguren der Konzeptkunst – sie erklärte Sprache und Text selbst zum Kunstwerk. Der Sammler Philippe Méaille trug die Kollektion ab den 1990er-Jahren zusammen; am 8. April 2016 unterzeichnete er einen Vertrag mit dem Département Maine-et-Loire, und die Sammlung zog ins Schloss ein. Die Dauerausstellung verteilt sich über mehrere Säle und zeigt unter anderem das Libretto der Oper „Victorine“, die Rauminstallation „Mirror Piece“ sowie die „Air-Conditioning Show“.
Lateinischer Ursprung des Namens
Der Name „Montsoreau“ taucht erstmals 1086 in schriftlichen Quellen auf, in lateinischer Form als Castrum Monte Sorello oder Mons Sorello. Mons bezeichnet einen vorspringenden Felsen; die Herkunft von Sorello ist bis heute ungeklärt. Der Linguist Ernest Nègre vermutete, es könnte „gelbbraun“ oder „rötlich“ bedeuten, doch eine gesicherte Deutung gibt es nicht. Früh wurde der Felsen verzeichnet, weil er eine praktische Eigenschaft besitzt: Während das umliegende Gelände bei Loire-Hochwasser regelmäßig überschwemmt wird, ragt er stets aus dem Wasser heraus.
Quellen: fr.wikipedia.org
Literarische Wortspielerei
In seinem Roman „Die Dame de Monsoreau“ lässt Alexandre Dumas eine seiner Figuren eine schelmische Etymologie vorschlagen: Monsoreau stamme von Mons Soricis, dem „Mäuseberg“. Das ist ein rein literarischer Scherz – Dumas setzt ihn seiner Figur in den Mund und weiß selbst, dass er ihn erfindet. Die tatsächliche Herkunft des Namens ist ungeklärt; die wahrscheinlichste linguistische Deutung verweist auf „gelbbraun“ oder „rötlich“ – mit Mäusen hat sie nichts zu tun.
Quellen: fr.wikipedia.org
Landschaft des Loiretals
Direkt gegenüber dem Schloss, am rechten Ufer der Loire, liegt die Île au Than, daneben die Inseln Île Minion, Île Droujon und Île Rüèche. Südlich des Schlosses erstreckt sich ein Kalksteinplateau aus der Kreidezeit, das durchschnittlich siebzig Meter hoch liegt und überwiegend mit Weinreben bepflanzt ist. Das Gestein dieses Plateaus heißt Tuffeau turonien – ein poröser Kalkstein, der sich leicht schneiden lässt und dennoch belastbar ist, weshalb er zum bevorzugten Baumaterial aller Schlösser im Loiretal wurde. Das Tal des Arceau, das das Plateau durchschneidet und zur Loire hin öffnet, zieht sich von Montsoreau flussaufwärts bis zur Beckenlandschaft rund um die Abtei Fontevraud.
Quellen: fr.wikipedia.org
Denkmalschutz
Das Château de Montsoreau wurde 1862 als Monument historique unter Denkmalschutz gestellt – im selben Zug wie 57 weitere Bauten, darunter das Schloss Fontainebleau und das Hôtel des Invalides in Paris. Die Liste war unter der Leitung von Prosper Mérimée erarbeitet worden. Das Schloss ist das einzige klassifizierte Bauwerk im Ort Montsoreau; die zugehörige Schlosskapelle folgte am 3. Dezember 1930, der Palais de la Sénéchaussée am 6. Oktober 1938. Innerhalb eines Schutzradius von fünfhundert Metern rund um das Schloss bedarf jeder Neu- oder Umbau der vorherigen Genehmigung durch die Architekturbehörde des Staates (Architectes des Bâtiments de France).
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Auszeichnung als Petite Cité de caractère
Neben dem Prädikat „Schönstes Dorf Frankreichs“ trägt Montsoreau auch die Auszeichnung „Pe… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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UNESCO-Welterbe
Das Château de Montsoreau liegt innerhalb des UNESCO-Welterbes „Loiretal zwischen Sully-su… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Anlage des Schlosses
Die Nordfront des Schlosses lag ursprünglich unmittelbar am Loirebett; erst um 1820 trennt… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Archäologische Funde
Am Südhang des Schlosses trägt ein Flurstück den Namen „La Motte“. Archäologen vermuten do… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Architektonischer Überblick
Über die steinerne Freitreppe aus dem 15. Jahrhundert gelangt man in einen quadratischen I… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Eingangslaube
Bevor man den Schlossbezirk betritt, führt der Weg durch eine überdachte Durchfahrt: Das t… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Herrschaftsgericht
Wer das Schloss betritt, passiert zunächst eine überdachte Durchfahrt: Was wie ein Torhaus… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Palais de la Sénéchaussée und Gefängnis
Das Palais de la Sénéchaussée mit Gefängnis liegt wenige Schritte vom Herrschaftsgericht e… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Zugbrücke
Die Zugbrücke auf der Westseite des Schlosses verband den Vorhof (basse-cour) mit dem Haup… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Schlosskapelle Notre-Dame du Boile
Die Schlosskapelle Notre-Dame du Boile – später in Saint-Michel umbenannt – wurde 1219 von… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Kollegiatkirche Sainte-Croix
Die Kollegiatkirche Sainte-Croix entstand nicht zu Lebzeiten von Jean III. de Chambes – er… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Friedhof
Der Friedhof neben dem heutigen Standort war ab 1520 der Kollegiatkirche Sainte-Croix zuge… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Vorhof
Jenseits des Grabens liegt der Vorhof (basse-cour), der in zwei Bereiche gegliedert und ur… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Kleine Pforte
Die Poterne – eine kleine Pforte – ist ein in den Tuffsteinfelsen am Grabenrand eingeschni… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Schlosshafen
In der Renaissance war der Schlosshafen von Montsoreau ein wirtschaftlich aktiver Anlegepl… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Wachstube, Unterkunft und Wirtschaftsgebäude
Die Wachstube, die Unterkunftsgebäude und die Wirtschaftsbauten entstammen der zweiten Häl… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Gloriette am Loireufer
Das kleine Pavillongebäude (Gloriette) am Loireufer stammt aus dem 18. oder frühen 19. Jah… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Küchengarten
Im 15. Jahrhundert lag unweit der Schlossküche ein großer Nutzgarten, der die Küche mit Ge… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Keller
In den Südteil des Grabens ist ein Keller eingebettet, dessen Decke ein spitzbogiges Tonne… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Burggraben
Der Schutzgraben ist rund zwanzig Meter breit und umschließt das Schloss auf drei Seiten… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Die Rechnung in Stein und Blei
Das Archäologische Amt des Departements Maine-et-Loire errechnet, dass allein die Außenwän… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Château de Montsoreau – Museum für zeitgenössische Kunst
Das Château de Montsoreau – Museum für zeitgenössische Kunst eröffnete im April 2016. Herz… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Häufige Fragen
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Château de Montsoreau – Museum für zeitgenössische Kunst, Lateinischer Ursprung des Namens, Literarische Wortspielerei und mehr — insgesamt 27 Orte, jeder mit Quellen und einem Guide in deiner Sprache zum Lesen oder Hören vor Ort.
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