Viadukt von Millau Millau Viaduct
Das Viadukt von Millau überspannt das Tarntal im südfranzösischen Département Aveyron. Die fast 2.460 Meter lange Schrägseilbrücke wurde am 14. Dezember 2004 fertiggestellt und am 16. Dezember für den Verkehr freigegeben. Sie trägt die Autobahn A75 und verbindet das Larzac-Plateau mit dem Causse Rouge – hoch über einem Tal, das an seiner tiefsten Stelle 343 Meter misst und wo der Wind Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen kann. Gebaut und finanziert wurde das Bauwerk von der Eiffage-Gruppe im Rahmen einer Konzession für 320 Millionen Euro; den architektonischen Entwurf lieferte der britische Architekt Norman Foster. Die Brücke hat gleich mehrere Weltrekorde gebrochen – fahren Sie also nicht einfach darüber hinweg, sondern halten Sie inne und entdecken Sie, was die Pfeiler und das Brückendeck verbergen.
Frankreich · 25 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Trassenstudie und erster Widerstand
Was heute wie eine selbstverständliche Linie durch den Himmel wirkt, wurde einst Schritt für Schritt gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt. Die erste Untersuchung, wie die Autobahn das Tarntal queren sollte, führte das staatliche Centre d’Études Techniques de l’Équipement Méditerranée (CETE Méditerranée) von 1988 bis 1989 durch – mit dem Ergebnis: vier verschiedene Trassenalternativen. Kaum waren die Pläne auf dem Tisch, formierte sich der Widerstand: WWF, die France Nature Environnement und weitere Organisationen sprachen sich offen gegen das Vorhaben aus. Die Route, auf der Sie heute stehen, war das Ergebnis jahrelanger Auseinandersetzungen.
Quellen: fr.wikipedia.org
Widerstand gegen das Projekt
Was heute wie eine selbstverständliche silberne Kurve am Himmel wirkt, war damals keineswegs unumstritten. Vom WWF und France Nature Environnement bis zur Nationalen Vereinigung der Verkehrsnutzer (FNAUT) und Agir pour l’environnement stellten sich mehrere Organisationen gegen das Vorhaben. Letztere bezeichnete es als „pharaonisches Bauwerk“, das das Tarntal zerstöre, Umweltschäden anhufe, die Landschaft verderbe, die Umwelt bedrohe – und einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Grundlage Millaus im Tourismus gefährde. Auch Politiker wie Valéry Giscard d’Estaing, damaliger Regionalratspräsident der Auvergne, schlossen sich der Kritik an.
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Gemeinnützigkeitserklärung und Konzessionsfinanzierung
Am 10. Januar 1995 erklärte Premierminister Édouard Balladur das Projekt per Dekret zum Vorhaben im öffentlichen Interesse. Die Finanzierungsfrage blieb jedoch offen: Der Staat wollte die 320 Millionen Euro nicht aufbringen und entschied sich statt einer mautfreien Lösung für eine Konzessionsvergabe an private Investoren. Der Präsident des Généralrats Aveyron, Jean Puech, widersetzte sich öffentlich; schließlich unterzeichnete der kommunistische Minister Jean-Claude Gayssot am 20. Mai 1998 das Konzessionsdekret.
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Vergabe der Konzession
Eine privat finanzierte Mautbrücke dieser Größenordnung war in Frankreich ein Novum. Der Staat schloss die öffentliche Konsultation 1997–1998 ab, erklärte das Projekt 1999 erneut zum öffentlichen Interesse und schrieb es europaweit aus. Im Januar 2000 endete die Einreichungsfrist; vier Konsortien bewarben sich. Am 27. September 2001 unterzeichnete die Compagnie Eiffage du Viaduc de Millau (CEVM) den Konzessionsvertrag. Umweltministerin Dominique Voynet soll das Dokument Berichten zufolge „widerwillig“ unterzeichnet haben.
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Laufzeit der Konzession
Die Maut, die Sie heute entrichten, geht auf einen Vertrag zurück, der erst am 31. Dezember 2079 ausläuft. Eine Konzessionslaufzeit von 78 Jahren ist selbst für Autobahnkonzessionen ungewöhnlich lang – der Grund liegt schlicht in der enormen Baukostenhöhe, die einen langen Amortisierungszeitraum erfordert. Bemerkenswert ist eine eingebaute Klausel zur vorzeitigen Beendigung: Übersteigen die kumulierten Mauteinnahmen (abgezinst auf Ende 2000 mit 8 %) den Betrag von 375 Millionen Euro, kann der Staat die Konzession mit einer Frist von 24 Monaten und ohne Entschädigung kündigen – frühestens jedoch ab dem 1. Januar 2045. Besonders aufschlussreich ist dabei folgendes Detail: Obwohl die Konzession 78 Jahre läuft, musste Eiffage eine Nutzungsdauer von 120 Jahren für die Brücke garantieren.
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Gesamtkosten und Bauherren
Der Architekt des Viadukts von Millau ist der britische Stararchitekt Norman Foster. Die G… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Geologie und Gründungsverhältnisse
Der Untergrund unter den Pfeilern ist alles andere als einheitlich – eine der größten baut… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Pfeiler und Widerlager
Unter jedem Pfeiler liegt ein massiver Betonpfeilerrost von 17 Metern Breite, 24,5 Metern… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Fundamente und Pfeilerroste
Unter jedem Pfeiler liegt ein 3 bis 5 Meter starker Betonpfeilerrost, der von vier „Marokk… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Pfeiler
Die Pfeiler des Viadukts von Millau sind keine massiven Blöcke, sondern dünnwandige Hohlka… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Pfeilerherstellung
Der Pfeilerbau liest sich wie ein Lehrbuch des industriellen Baustellenmanagements. Die un… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Widerlagerbau
Die Widerlager verbinden den Brückenbalken mit dem Hochplateau auf beiden Seiten; ihre Bre… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Brückenbalken
Unter dem Fahrbahnbelag liegt ein messerschlank wirkender Stahlhohlkasten, der 270 Meter ü… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Brückenbalken (Stahlhohlkasten)
Der Brückenbalken des Viadukts von Millau ist ein 2.460 Meter langer Stahlhohlkasten, der… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Herstellung des Brückenbalkens
Die 173 Stahlkastenträger des Brückenbalkens wurden in zwei Werken gefertigt: Die Mittelkä… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Montage und Einschub des Brückenbalkens
Der Brückenbalken wurde nicht von oben abgesenkt, sondern von beiden Seiten eingeschoben… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Windschutzwände
Entlang beider Brückenseiten verläuft eine halbtransparente Windschutzwand, die sowohl das… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Fahrbahnbelag
Unter dem Fahrbahnbelag des Viadukts liegt ein eigens für diese Brücke entwickeltes Schich… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Fahrbahnbelag und Abdichtung
Die Prüfanforderungen an den Fahrbahnbelag waren außergewöhnlich streng. Gemäß Vertragsspe… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Abdichtungsschicht
Die Abdichtung des Viadukts trägt den Namen „Parafor Ponts“ und wird von Siplast-Icopal he… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Asphalt-Verschleißschicht
Die oberste Schicht des Fahrbahnbelags ist ein „Orthochape“ genannter Splittmastixasphalt… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Masten
Auf jedem Pfeiler sitzt ein umgekehrt-V-förmiger Mast von 88,92 Metern Höhe und rund 700 T… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Herstellung und Montage der Masten
Die sieben Masten wurden im Munch-Werk von Eiffel in Frouard gefertigt und in Stücken von… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Schrägseile
Das Viadukt von Millau besitzt 154 Schrägseile, je 11 Seilpaare pro Mast, fächerförmig ang… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Rastanlage am Viadukt von Millau
Auf der Nordseite des Viadukts, nahe der Hauptmautanlage, befindet sich eine Rastanlage ru… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Häufige Fragen
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