Nationalmuseum für Anthropologie National Museum of Anthropology
Noch bevor man die Eingangshalle betritt, fällt der Blick auf den mächtigen Basaltblock des Regengottes aus Teotihuacan – jahrzehntelang vom Regen geglättet und damit ein stiller Vorgeschmack auf das, was folgt. Das Nationalmuseum für Anthropologie (Museo Nacional de Antropología) ist eines der bedeutendsten Museen Mexikos und ganz Amerikas: Es bewahrt und zeigt das archäologische Erbe der mesoamerikanischen Völker und macht zugleich die heutige ethnische Vielfalt des Landes erlebbar. Das heutige Gebäude wurde vom Architekten Pedro Ramírez Vázquez entworfen, von 1963 bis 1964 im Chapultepec-Wald errichtet und am 17. September 1964 von Präsident López Mateos eröffnet; mehr als zwanzig Dauerausstellungssäle sind darin untergebracht. Jährlich kommen über zwei Millionen Besucher – 2025 wurde das Museum mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis für Eintracht ausgezeichnet. Im Inneren erwarten Sie der Sonnenstein der Azteken, die Olmeken-Riesenköpfe und die Grabkammer des Maya-Herrschers Pakal.
Mexiko · 7 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Voces de otro tiempo
„Voces de otro tiempo“ (Stimmen aus einer anderen Zeit) ist eine interaktive Audio-App, die 2017 vom INAH (dem mexikanischen Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte) gemeinsam mit IBM México entwickelt wurde. Angetrieben von IBM-Watson-KI beantwortet sie über 22.000 Fragen zu elf Hauptwerken der Sammlung – darunter der Sonnenstein, die Coatlicue-Götterstatue (Erdmuttergottheit der Azteken), die Grabkammer von Pakal und das Wandgemälde „Dualität“ von Rufino Tamayo. Besucher laden die App herunter, nähern sich einem mit Bluetooth-Beacon ausgestatteten Exponat und stellen ihre Frage per Sprache; die Antworten stammen direkt von Archäologen und Forschern. Die App wurde am 1. November desselben Jahres freigeschaltet, ist kostenfrei nutzbar und erfordert lediglich ein reguläres Eintrittticket sowie eine vorab gebuchte Zeitslot-Registrierung.
Quellen: wikidata.org · expansion.mx · esemanal.mx
Sonnenstein
Wer den Mexica-Saal betritt, steht sofort vor einer gewaltigen Basaltscheibe: 3,65 Meter Durchmesser, 122 Zentimeter Dicke, mehr als 24 Tonnen schwer. Tritt näher heran und schau auf das Gesicht in der Mitte – die ursprünglichen Farben sind nach Jahrhunderten unter freiem Himmel längst verwittert, und noch auffälliger sind mehrere Einschusslöcher, die das zentrale Antlitz beschädigt haben. Diese als „Aztekischer Kalender“ bekannte Scheibe ist dicht mit der Kosmologie und dem Sonnenkult der Mexica graviert: Tage, Zeitalter und Kalenderzyklen sind konzentrisch ineinandergeschachtelt – ein Monat zu zwanzig Tagen, ein Jahr zu achtzehn Monaten, ein Jahrhundert zu zweiundfünfzig Jahren, alles in Stein gebannt.
Quellen: es.wikipedia.org
Sol de Viento (Windsonne)
In der Mitte des Innenhofbeckens liegt ruhig eine bronzene Spiralskulptur auf dem Wasser: „Sol de Viento“ (Windsonne, auch Caracol genannt). Geschaffen wurde sie von Iker Larrauri (1929–2021), dem leitenden Ausstellungsgestalter der Gründungszeit, eigens für diesen Ort – mit dem Ziel, Klang zu erzeugen und den Toncharakter präkolumbischer Instrumente nachzuempfinden. Die Aufstellung der Bronzemuschel ist kein Zufall: Das Becken verbindet sich mit dem Mexica-Saal, und die Muschel auf ihrem ockerfarbenen Steinsockel symbolisiert den Wind als eines der vier kosmischen Elemente; zusammen mit Wasser (dem Becken selbst), Erde (dem Ockersockel) und Feuer bildet sie ein anschauliches Zeichensystem der präkolumbischen Kosmologie.
Quellen: mna.inah.gob.mx · mna.inah.gob.mx
Wechselausstellungshallen
An der Ostseite des Museums befinden sich zwei eigens eingerichtete Wechselausstellungshallen: Die Sala Mario Vázquez Ruvalcaba misst 1.474,56 Quadratmeter und beherbergt internationale Wanderausstellungen; die Sala Culturas Indígenas de México umfasst 639,36 Quadratmeter und widmet sich Themen der indigenen Kulturen Mexikos. Seit 2005 holt das Museum gezielt bedeutende internationale Leihgaben ins Haus und hat seither eine beeindruckende Folge hochkarätiger Sonderausstellungen gezeigt, die jedes Mal großes Publikum anzogen. Diese beiden Räume sind die aktivsten Orte außerhalb der Dauerausstellung – mehrmals jährlich wechseln die Schauen, mit Themen von Archäologie über Ethnografie bis hin zu Fotografie und zeitgenössischer Kunst.
Quellen: mna.inah.gob.mx · sic.gob.mx
Imagen de México (Bild Mexikos)
Die Bronzesäule, die das gewaltige Vordach des Innenhofs trägt, ist von oben bis unten mit Reliefs bedeckt – dieses Werk heißt „Imagen de México“ (Bild Mexikos). Geschaffen wurde es von den Bildhauern José Chávez Morado und seinem Bruder Tomás Chávez Morado nach einem inhaltlichen Programm des Kulturministers Jaime Torres Bodet. Das Bildprogramm ist an den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet: Die Ostseite zeigt Conquista und Mestizaje (die kulturelle und ethnische Vermischung nach der spanischen Eroberung) – Adler und Jaguar symbolisieren Tag und Nacht, ein Schwert, der in heiliges Holz gestoßen wird, steht für den Zusammenprall zweier Welten. Nord- und Südseite stellen mit drei Waffen die drei nationalen Gründungsmomente dar: Unabhängigkeit, Reform und Revolution. Die Westseite zeigt eine Figur mit ausgebreiteten Armen als Symbol für Mexikos Friedensversprechen an die Welt. Säule und Reliefs sind ein untrennbares Ganzes: Ohne die Säule würde das Vordach einstürzen; ohne die Reliefs wäre sie nur ein Stützpfeiler.
Quellen: infobae.com · mna.inah.gob.mx
Innenhof und das große Dach
Wer den Hauptinnenhof des Museums betritt, hebt unweigerlich den Blick: Ein 84 mal 54 Mete… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: es.wikipedia.org
Baukonstruktion
Das Tragwerk des Museums besteht aus zwei Systemen: Stahlkonstruktion und Stahlbetonbau. D… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: es.wikipedia.org
Häufige Fragen
Welche übersehenen Ecken lohnen sich im Inneren von Nationalmuseum für Anthropologie?
Voces de otro tiempo, Sonnenstein, Sol de Viento (Windsonne) und mehr — insgesamt 7 Orte, jeder mit Quellen und einem Guide in deiner Sprache zum Lesen oder Hören vor Ort.
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