Mondpyramide Pyramid of the Moon
Am nördlichen Ende der Straße der Toten erhebt sich ein mächtiger Stufenbau, der den gesamten Platz vor sich zu beherrschen scheint: die Mondpyramide – nach der Sonnenpyramide das zweitgrößte Heiligtum von Teotihuacán und die zweitgrößte Pyramide Mesoamerikas. Sie ist 43 bis 45 Meter hoch, ihr rechteckiger Sockel misst rund 130 mal 150 Meter, und am Mondplatz davor reihen sich beidseitig dreizehn kleinere Plattformen auf. Die Silhouette der Pyramide ahmt bewusst den nördlich gelegenen Berg Cerro Gordo nach, dessen Name in der Nahuatl-Sprache „tenan“ lautet – „Mutter aus Stein“. Im Inneren wird die Göttin Chalchiuhtlicue verehrt, die für Mond und Wasser steht. Im Fundament überlagern sich mindestens sechs Bauphasen – jede Schicht eine frühere Welt, die von der nächsten überwölbt wurde.
Mexiko · 4 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Grundstruktur
Die Schrägflächen, die Sie heute sehen, sind nur die äußerste Hülle der Pyramide. Diese Oberfläche folgt dem in Mesoamerika weit verbreiteten Talud-Tablero-Prinzip: Eine nach innen geneigte Schrägfläche (Talud) wechselt sich mit einer aufrechten, rahmenartigen Mauer (Tablero) ab – Stufe für Stufe nach oben. Die gesamte Plattform ist 43 Meter hoch, der Sockel rund 147 Meter von Ost nach West und 130 Meter von Nord nach Süd. Doch das ist lediglich die jüngste Schale: Darunter verbergen sich sieben ineinandergeschachtelte Bauwerke.
Quellen: en.wikipedia.org
Standort und Ausrichtung
Die Mondpyramide steht nicht zufällig dort, wo sie steht: Sie wurde bewusst ans nördliche Ende der Straße der Toten gesetzt, unmittelbar am Fuß des Cerro Gordo. Wer die Straße entlanggeht, hat am Ende stets die Pyramide im Blick – und dahinter den Berg. Der Charakter des langen Weges als Prozessionsachse tritt so klar hervor: Die Menschenmenge bewegte sich auf die Pyramide zu, und auf den Berg dahinter. Den Übergang zwischen Pyramide und Straße bildet ein großer, öffentlicher Platz. Für die damaligen Bewohner war dieser Platz der eigentliche rituelle Mittelpunkt; die Pyramide ragte gleichsam als Kulisse dahinter empor.
Quellen: en.wikipedia.org
Übereinanderliegende Bauphasen
Was Sie heute sehen, sind in Wirklichkeit sieben Pyramiden in einer. Die Mondpyramide besteht aus sieben aufeinanderfolgenden Bauphasen, von denen jede die vorherige vollständig umhüllt. Jede Erweiterung diente dazu, das religiöse Gewicht des Heiligtums zu erneuern. Die unterste Schicht – Bauwerk 1 – ist das älteste Gebäude in ganz Teotihuacán. Es entstand um 100 n. Chr. als schlichte quadratische Plattform mit Schrägwänden von rund 23,5 Metern Seitenlänge. Alles Spätere wuchs Schicht für Schicht darüber.
Quellen: en.wikipedia.org
Grabfunde
Unter den sieben Bauphasen der Mondpyramide liegen fünf Grabkomplexe, die mit den Nummern 2 bis 6 bezeichnet werden. Darin fanden Archäologen Überreste von Menschenopfern sowie beigelegte Tonfürchen, Obsidian-Artefakte und Tierknochen. Ein häufig verwirrender Punkt: Die Bauphasen werden von alt nach neu durchnummeriert (1 bis 7), die Gräber hingegen nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung (2 bis 6) – die Nummern korrespondieren daher nicht miteinander. Grabbeigaben tauchen erst ab Bauwerk 4 auf; in den ersten drei Bauphasen gibt es keinerlei Bestattungen.
Quellen: en.wikipedia.org
Häufige Fragen
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