Nationalpalast National Palace
An der Ostseite des Zócalo, dem Hauptplatz von Mexiko-Stadt, zieht sich eine weitläufige Fassade aus rotem Tezontle-Stein entlang: der Nationalpalast (Palacio Nacional) — Sitz der mexikanischen Bundesexekutive und Residenz des Präsidenten. Er steht auf den Fundamenten des Palastes von Moctezuma II., dem Herrscher der Azteken, und wurde 1522 von Conquestador Hernán Cortés errichtet. Durch die Epochen der spanischen Vizekönige, des Kaiserreichs und der Republik wurde er immer wieder erweitert und umgebaut — 1987 wurde der gesamte historische Stadtkern als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Jedes Jahr am 15. September erschallt von dem zentralen Balkon der „Grito de Dolores“, der Ruf nach der Unabhängigkeit. Im Inneren warten die aztekischen Fundamente, die Gemächer der Vizekönige und Diego Riveras gewaltige Wandgemälde — Schicht für Schicht gelebte Geschichte.
Mexiko · 8 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Mariana-Tor
Die Hauptfassade des Palastes öffnet sich mit drei Toren; das jüngste unter ihnen ist das „Mariana-Tor“ (Puerta Mariana). Als Präsident Mariano Arista den Palast 1852 renovieren ließ, wurde dieses neue Tor in die Hauptfassade gebrochen — bestimmt für den alleinigen Gebrauch des Präsidenten der Republik. Der Name ehrt ihn bis heute. Ein Tor, das nur für das Staatsoberhaupt geöffnet wird: darin zeigt sich, wie dieses Gebäude Macht in Stein gemeißelt hat — nicht bloß ein Durchgang, sondern ein protokollarisches Privileg.
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Ehrentor
Während die Hauptfassade zum Zócalo hin drei Tore besitzt, liegt das „Ehrentor“ (Puerta de Honor) an anderer Stelle — an der Südseite des Palastes, zur Calle Corregidora hin. Es ist der Eingang, der dem Präsidenten vorbehalten ist: Kommt das Staatsoberhaupt an, empfängt und verabschiedet ihn die Präsidentengarde hier mit militärischen Ehren. Der Name verweist auf den „Ehrenhof“ (Patio de Honor) im Südwestflügel des Palastes — einst die Gemächer der Vizekönige, heute noch Zugang zum administrativen Kernbereich. Vier Jahrhunderte politischer Symbolik in einem einzigen Tor.
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Präsidentenbalkon
Jedes Jahr kurz vor elf Uhr nachts am 15. September tritt der mexikanische Präsident auf den zentralen Balkon, der zum Zócalo blickt, und läutet eine uralte Glocke — eine Nachstellung des berühmten Rufes von 1810. Das ist die Verbindung zwischen dem „Präsidentenbalkon“ (Balcón Presidencial) und der darüber hängenden „Glocke von Dolores“ (Campana de Dolores). Die Glocke wurde 1768 von Pater Atanasio Sánchez Villela gegossen und trug ursprünglich den Namen „Esquilón de San Joseph“. Sie wiegt 780 Kilogramm, ihr Durchmesser überschreitet einen Meter. Am 16. September 1810 läutete Pater Miguel Hidalgo sie, um die Bewohner des Ortes Dolores im heutigen Bundesstaat Guanajuato zum Aufstand gegen die spanische Kolonialherrschaft zu rufen. Präsident Porfirio Díaz ließ die Glocke 1896 mit militärischen Ehren aus der Kirche von Dolores nach Mexiko-Stadt überführen und in einer eigens geschaffenen Nische direkt über dem Balkon aufhängen — seitdem ertönt sie hier jeden 15. September.
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Moctezumas „Neuer Palast“
Unter dem heutigen Nationalpalast liegen Fundamente und Baumaterial aus einer weit älteren Anlage: dem „Neuen Palast“ (Casas Nuevas) von Moctezuma II., dem aztekischen Herrscher. Er diente dem Tlatoani (dem König) als Residenz und zugleich als Zentrum der Regierung. Die Fassade zeigte das königliche Wappen: einen Adler, der eine Schlange in seinen Klauen hält. Nach der Conquista wurde dieser Palast nicht dem Erdboden gleichgemacht, aber so gründlich zerstört, dass er unbewohnbar war — auf seinen Trümmern errichteten die Spanier den neuen Palast.
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Cortés’ Palast
Auf diesem Grund stand einst das Privatanwesen des Conquistadors selbst. Nach dem Fall der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan im Jahr 1521 ließ Hernán Cortés die Architekten Rodrigo de Pontocillos und Juan Rodríguez auf den alten Ruinen neu bauen — während er selbst gegenüber auf dem Platz in den „Alten Häusern“ (Casas Viejas, heute Standort des Nacional Monte de Piedad) wohnte und bis 1530 auf die Fertigstellung wartete. Der fertige Palast war eine Festung: An den vier Ecken befanden sich Schießscharten für Geschütze, in den Zwischengeschossen Schützenlöcher für Musketiere; die Vorderfront besaß lediglich zwei Rundbogentore. Zugleich beherbergte er Wohn- und Büroräume, zwei Empfangssäle und einen Pulverturm; die Innenhöfe wurden nach Bedarf weiter ausgebaut — der dritte Hof entstand erst nach 1554, ein vierter folgte später.
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Vizekönigspalast
1562 erwarb die Krone das ehemalige Anwesen von Hernán Cortés und behielt weitgehend desse… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Nach der Unabhängigkeit
Nach der Unabhängigkeit gestalteten aufeinanderfolgende Staatsoberhäupter den Vizekönigspa… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Der Palast als Amtssitz der Präsidenten
Fast drei Jahrhunderte lang war dieser Palast die Residenz nahezu aller Vizekönige – mit A… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Häufige Fragen
Welche übersehenen Ecken lohnen sich im Inneren von Nationalpalast?
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