Ani
Ani liegt auf einem Hochplateau im Südosten der türkischen Provinz Kars, eingerahmt von den Schluchten des Akhurian-Flusses. Drei Seiten fallen in Steilwände ab; nur zur Ebene hin schützte eine Stadtmauer aus dem 10. Jahrhundert die Anlage. Ani war einst die Hauptstadt des armenischen Bagratidenreichs (961–1045) und soll in seiner Blütezeit mehr als hunderttausend Einwohner gezählt haben — man nannte sie die „Stadt der tausend und einen Kirchen“ und die „Stadt der vierzig Tore“. Heute verteilen sich auf dem Steppenhochplateau nur noch Ruinen: die Kathedrale, etwa acht Kirchen, eine Moschee, Stadtmauern und unterirdische Höhlensiedlungen. Seit 2016 gehört Ani zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wer durch die verlassene Stadt streift, liest an jeder Fassade und in jeder Inschrift nach, wie armenische, georgische und islamische Zivilisation auf der Seidenstraße aufeinandertrafen.
Türkei · 22 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Kathedrale von Ani
Der erste Blick auf die Kathedrale von Ani trifft eine Fassade, die schlicht nach oben strebt — kein Ornament drängt sich vor, nur die Vertikale zählt. Das Bauwerk trägt offiziell den Namen „Kirche der Gottesmutter“ und wurde von Trdat entworfen, dem Architekten, der auch die Hauptkuppel der Hagia Sophia in Konstantinopel restaurierte. Die markanten Vertikalgliederungen lassen das dreißig Meter hohe Kirchenschiff noch schlanker wirken als es ohnehin ist. Innen öffnet sich eine große Apsis in einem griechischen Kreuzgrundriss; ursprünglich gab es drei Eingänge — einen für den König, einen für den Patriarchen, einen für die Gläubigen. Die Kathedrale gilt als eines der bedeutendsten Werke mittelalterlicher armenischer Architektur.
Quellen: tr.wikipedia.org
Grigor-Kirche der Abughamrents
Am Rand der Akhurian-Schlucht steht diese kleine Kirche — kein Gotteshaus für die ganze Stadt, sondern Privatbesitz einer einzigen Familie. Sie entstand um das Ende des 10. Jahrhunderts im armenischen Baustil und diente ursprünglich als Hauskapelle der Familie Pahlavuni: ein Ort des Gebets und des Gedenkens für einen der vornehmsten Adelsclans Anis.
Quellen: de.wikipedia.org
Gagkashen-Kirche des Heiligen Grigor
Vor diesen Ruinen fällt es schwer zu glauben, dass hier einmal das größte Gebäude Anis stand — größer noch als die Kathedrale. Die Gagkashen-Kirche des Heiligen Grigor wurde vom selben Architekten Trdat entworfen und zwischen 1001 und 1010 errichtet, im Auftrag des armenischen Königs Gagik I. Der Grundriss war ein dreistufiger Zentralbau, nach dem Vorbild der Kathedrale von Zvartnots bei Eriwan. Die Kirche stand im Nordwesten des Ruinenfelds und blickte über die Schlucht; heute sind nur noch die Fundamentumrisse erhalten. Aus dem Schutt brachten Ausgrabungen jedoch eine Bildhauerarbeit ans Licht: eine Statue König Gagiks I., der ein verkleinertes Modell seiner Kirche in den Händen hält — ein sogenanntes Stifterbild, das zu den seltenen persönlichen Zeugnissen mittelalterlicher Bauherrenschaft gehört.
Quellen: fr.wikipedia.org
Kirche des Heiligen Erlösers
Diese Kirche entstand für ein einziges Reliquiar: einen Splitter des „Wahren Kreuzes“, den die Pahlavuni aus Konstantinopel mitgebracht hatten. Erbaut wurde sie kurz nach 1035 vom Pahlavuni-Prinzen Ablgharid. Von außen ist der Bau neunzehneckig, innen jedoch achteckig — acht flache Apsiden umschließen eine große Kuppel und erzeugen einen Eindruck rotierender Schichtung. Die Wände waren einst vollständig ausgemalt; erhalten ist unter anderem ein Bild Christi mit dem Evangelienbuch, umgeben von Engeln und einer Darstellung des Letzten Abendmahls, das heute noch schemenhaft erkennbar ist. Zu sehen ist nur noch die westliche Hälfte: Die Ostseite brach 1955 bei einem Sturm vollständig ein.
Quellen: fr.wikipedia.org
Tigran-Honents-Kirche des Heiligen Grigor
Der besterhaltene Bau in Ani — und fast jede Wand im Inneren ist mit Fresken bedeckt. Doch alle Inschriften in diesen Fresken sind auf Griechisch und Georgisch verfasst, kein einziges Wort auf Armenisch. Gestiftet wurde die Kirche vom armenischen Kaufmann Tigran Honents und 1215 errichtet; seine Identität ist in einer armenischen Widmungsinschrift an der Südwand festgehalten. Die Fresken folgen einer byzantinischen Bildordnung und zeigen vor allem siebzehn Szenen aus dem Leben des Heiligen Grigor des Erleuchters (armenisch: Grigor Lusavorich) sowie ein Bild der georgischen Missionarin Heilige Nino.
Quellen: en.wikipedia.org
Apostelkirche von Ani
Die Apostelkirche von Ani besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen Kirchenbau und dem vor… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: en.wikipedia.org
Tigran-Honents-Kirche (Georgische Kirche)
Ein und dasselbe Gebäude trägt zwei Identitäten — je nach kirchlicher Zugehörigkeit. Die K… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: tr.wikipedia.org · wikidata.org
Menuçehr-Moschee
Die Menuçehr-Moschee thront am Rand der Schlucht des Arpa Çayı und gilt als eine der ältes… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: tr.wikipedia.org
Kloster der Heiligen Jungfrauen
Das Kloster der Heiligen Jungfrauen liegt am Südrand des Plateaus von Ani und blickt über… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: fr.wikipedia.org
Burg von Ani
Der abgeschiedene Hügel am Südwestende des Geländes ist die Burg (Midjnaberd, armenisch fü… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Klosteranlage der Heiligen Jungfrauen (Ruinenfläche)
Diese Fläche markiert das Gelände des Klosters der Heiligen Jungfrauen (armenisch Gusanats… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: fr.wikipedia.org
Georgische Kirche (Surp Stepanos)
Diese Kirche diente dem chalcedonischen Zweig des Christentums in Ani. Im mittelalterliche… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: en.wikipedia.org
Ruine des Feuertempels
Diese vier schwarzen Basaltsäulen sind vermutlich die ältesten erhaltenen Bauteile von Ani… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: kavehfarrokh.com · virtualani.org
Gefallenes Minarett (Moschee des Abu'l Muamran)
Wer dem Verlauf der alten Marktstraße von Ani folgt, findet am Boden den Stumpf eines gest… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: nomadicniko.com · sailingstonetravel.com
Ruine der Gregor-Kirche von Gagik I. (Gagikaschen)
Diese Fundamentumrisse bezeichnen den Standort der Gagikaschen-Kirche des Heiligen Gregor… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: turkisharchaeonews.net · fr.wikipedia.org
Zitadelle
Am Südende von Ani erhebt sich ein flacher Hügel, den das Mittelalter Midjnaberd nannte —… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Kirche des Prinzen Abu'khamn
Am äußersten Südende der Burg (Midjnaberd) steht eines der verstecktesten Gotteshäuser von… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Ruine der Erlöserkirche von Ani
Dies ist die Erlöserkirche von Ani (Church of the Holy Redeemer): Sie wurde nach 1035 von… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: fr.wikipedia.org
Surp-Stepanos-Kirche (Georgische Kirche)
Ein genaues Baudatum der Surp-Stepanos-Kirche (armenisch für „Heiliger Stephan“) ist nicht… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Innere Festung
Dieser flache Hügel am Südende von Ani war der militärische Kern der Stadt. Das Mittelalte… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Stadtmauern von Ani
Die Stadtmauern von Ani sind eine Antwort auf die Topographie: Drei Seiten des Plateaus fa… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: en.wikipedia.org
Höhlendorf
An den Klippen außerhalb der Stadtmauern von Ani liegt eine in den Felsen gehauene Siedlun… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: en.wikipedia.org
Häufige Fragen
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