Das Pentagon The Pentagon
Vom anderen Ufer des Potomac aus betrachtet, breitet sich ein flacher, gewaltiger Fünfeckbau am Flussufer von Arlington, Virginia aus — der Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums und das zweitgrößte Bürogebäude der Welt: fünf Fassaden, fünf oberirdische Stockwerke, fünf ringförmige Korridore. Es entstand in den dringlichsten Stunden des Zweiten Weltkriegs: Am 11. September 1941 begann der Bau, und bereits rund 16 Monate später, am 15. Januar 1943, wurde es fertiggestellt. Um Stahl für die Front zu sparen, baute man das gesamte Gebäude aus Stahlbeton — selbst die Aufzüge wurden durch Rampen ersetzt. Genau sechzig Jahre nach dem Spatenstich, am 11. September 2001, raste ein entführtes Passagierflugzeug in die Westseite des Gebäudes. Wer heute hineingeht, begegnet an jeder Ecke Geschichte: vom Gedenksaal im Inneren an der Stelle des Wiederaufbaus bis zum Freilichtdenkmal mit seinen Gedenkbänken — Momente, die oft zu schnell übergangen werden, aber einen Augenblick des Innehaltens verdienen.
Vereinigte Staaten · 3 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Innenhof
Die fünf Ringkorridore des Pentagons umschließen im Zentrum einen offenen Innenhof von knapp zwei Hektar — selbst ein Fünfeck. Dieser geometrische Mittelpunkt ist mehr als eine architektonische Leerstelle: Im Kalten Krieg galt er als das meistbeobachtete Stück Rasen der Welt. In seiner Mitte stand ein kleiner Imbissstand, den die Mitarbeiter des Pentagons scherzhaft „CAfé Ground Zero“ nannten. Sowjetische Satelliten überwachten jahrzehntelang dieses mysteriöse Häuschen, zu dem täglich Scharen von Offizieren strömten. Der Pentagon-Sprecher Brett Eaton zitiert die Überlieferung, dass „während des Kalten Krieges nie weniger als zwei sowjetische Raketen auf diesen Hotdog-Stand gerichtet waren“ — Moskau hatte die Hütte für den Eingang zu einem unterirdischen Kommandostand gehalten. In Wirklichkeit standen die Generale nur Schlange für einen Hotdog. Der Stand wurde 2006/2007 abgerissen und durch eine überdachte Au-Bon-Pain-Filiale mit Innenbereich ersetzt. Die hölzerne Kunsteule auf dem alten Dach — einst zur Vogelabwehr angebracht — blieb nach den Denkmalschutzvorschriften des Pentagons erhalten und wurde auf das neue Gebäude versetzt.
Quellen: dvidshub.net · en.wikipedia.org · wearethemighty.com
Hubschrauberlandeplatz-Kontrollturm
Auf der Nordseite des Pentagons liegt ein Militärhubschrauberplatz (ICAO-Kennung KJPN), der vom US-Heer betrieben wird und dem Transport hoher Militärführer sowie ausländischer Staatsgäste dient. Die Landeplattform selbst ist eine fünfeckige Betonfläche mit einer Seitenlänge von je rund 30 Metern — selbst die Fluganlage greift die Geometrie des Bauwerks auf. Der zugehörige Flugsicherungsturm steht direkt daneben. Am 11. September 2001 hatte der Fluglotse Sean Boger Dienst; er blickte auf und sah American-Airlines-Flug 77 mit rund 850 km/h auf ihn zurasen — ihm blieben 10 bis 15 Sekunden. Das Flugzeug war beim Aufprall auf die Westfassade des Pentagons so tief geflogen, dass es zuvor Straßenlaternen in der Nähe gestreift hatte. An dieser Stelle befand sich zuvor der ursprüngliche Hubschrauberplatz des Pentagons; nach dem Anschlag wurde das westliche Gelände zum Pentagon-9/11-Gedenkpark umgestaltet, und der Landebetrieb wurde an den heutigen nördlichen Standort verlegt.
Quellen: en.wikipedia.org · airnav.com · cbsnews.com
Pentagon-Gedenkstätte
Auf der Grünfläche an der Südwestecke des Pentagons ragen 184 auskragende Edelstahlbänke aus dem Boden, unter jeder ein flaches, leise fließendes Wasserbecken, der Name des Opfers in das Metall graviert. Die Anordnung folgt einer präzisen Logik: Jede Bank steht für eine Person, die beim Anschlag vom 11. September 2001 im Gebäude oder an Bord von American-Airlines-Flug 77 ums Leben kam — geordnet nach dem Alter der Opfer, vom jüngsten mit drei Jahren bis zum ältesten mit 71 Jahren. Noch feiner ist die Ausrichtung: Liest man den Namen einer im Gebäude umgekommenen Person, blickt man auf die Südwand, durch die das Flugzeug einschlug; bei den Opfern an Bord weist der Blick in den Himmel, der Flugbahn des Flugzeugs entgegen. Die Gedenkstätte wurde am 11. September 2008, sieben Jahre nach dem Anschlag, für die Öffentlichkeit freigegeben.
Quellen: en.wikipedia.org
Häufige Fragen
Welche übersehenen Ecken lohnen sich im Inneren von Das Pentagon?
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