Reichstagsgebäude Reichstag Building
Der mächtige Sandsteinbau am Berliner Platz der Republik ist der Sitz des Deutschen Bundestages und eines der bekanntesten Wahrzeichen des Landes. Architekt Paul Wallot errichtete ihn zwischen 1884 und 1894 im Neurenaissance-Stil am linken Spreeufer im Tiergartenviertel; er beherbergte nacheinander die Parlamente des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Der Reichstagsbrand von 1933 und der Zweite Weltkrieg verwandelten das Gebäude in eine Ruine; in den 1960er Jahren wurde es in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Von 1995 bis 1999 gestaltete Norman Foster das Haus grundlegend um und fügte die berühmte begehbare Glaskuppel hinzu, die heute zu den markantesten Silhouetten Berlins zählt. Rund drei Millionen Besucher kommen jedes Jahr -- damit ist es das meistbesuchte Parlamentsgebäude der Welt. Lohnt sich, genauer hinzuschauen: Die Details, an denen die meisten vorbeilaufen, erzählen ihre eigene Geschichte.
Deutschland · 13 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Schlusssteine der Ecktürme
Jeder der vier Ecktürme des Reichstagsgebäudes trägt einen Schlussstein -- den keilförmigen Stein, der im Scheitelpunkt des Rundbogens sitzt und das gesamte Gewölbe zusammenhält. Diese Schlusssteine wurden vom Bildhauer Wilhelm Widemann (1856-1915) aus Kalkstein gehauen und zwischen 1890 und 1894 versetzt. Jeder Stein zeigt ein menschliches Gesicht -- mal männlich, mal weiblich -- und verwandelt so ein tragendes Strukturelement in ein Porträt, das auf den Platz herabblickt. Zu sehen sind sie nur, wenn man an den Ecken des Gebäudes den Blick nach oben richtet, hoch in den Bogenscheitel.
Quellen: wikidata.org
Geistige und praktische Kräfte des modernen Staats (die 16 Turmfiguren)
Wer an den vier Ecktürmen des Reichstagsgebäudes nach oben schaut, entdeckt jeweils vier Sandsteinfiguren auf den Turmabschlüssen -- 16 Figuren insgesamt, zusammenfassend als "Geistige und praktische Kräfte des modernen Staats" bezeichnet. Es sind keine Herrscher oder Feldherren: Die Gruppe zeigt die produktiven Kräfte des Kaiserreichs. Der Nordwestturm steht für Handel und Schifffahrt, Schwerindustrie, Leichtindustrie und Elektrotechnik; der Südwestturm für Ackerbau, Viehzucht, Weinbau und Brauerei; der Nordostturm für Bildung, Unterricht, Bildende Kunst und Literatur; der Südostturm für Land- und Seestreitkräfte, Rechtspflege und Staatskunst. Mehrere deutsche Bildhauer arbeiteten zwischen 1891 und 1894 an den Skulpturen.
Quellen: wikidata.org · de.wikipedia.org
Stammbaumreliefs am Westportal
Am Haupteingang auf der Westseite flankieren zwei Kalksteinreliefs das Portal -- die sogenannten Stammbaumreliefs. Das linke zeigt eine Eiche als Symbol Norddeutschlands, das rechte eine Fichte für Süddeutschland; in den Ästen beider Bäume verteilen sich die Wappen der 25 Bundesstaaten des Deutschen Kaiserreichs, bekrönt von je einem Adler mit gespreizten Schwingen und Krone. Die Reliefs wurden vom Berliner Bildhauer Otto Lessing (1846-1912) nach Entwürfen des Architekten Paul Wallot zwischen 1893 und 1894 in Stein gearbeitet.
Quellen: wikidata.org · de.wikipedia.org
"Arbeiten des Friedens unter dem Schutz der Reichsmacht"
Wer diese Skulpturengruppe sucht, wird zunächst von ihrer Größe überrascht: Allein die Skulptur selbst misst sechs Meter in der Höhe. Wie die übrige Bauplastik des Reichstagsgebäudes ist sie aus Sandstein gehauen und 1893 fertiggestellt worden -- Teil von Wallots dichtem Programm allegorischer Ornamentik an der Fassade. Der Titel "Arbeiten des Friedens unter dem Schutz der Reichsmacht" spricht für sich: friedliche Arbeit, beschützt durch die Macht des Kaiserreichs -- ein Selbstbild des Deutschen Reichs am Ende des 19. Jahrhunderts in Stein.
"Dem Deutschen Volke"
Über dem Westportal steht in 60 Zentimeter hohen Buchstaben, 16 Meter breit über dem Gebälk: DEM DEUTSCHEN VOLKE. Die Lettern wurden aus eingeschmolzenen Kanonenrohren gegossen und die Schrift eigens für diese Inschrift entworfen. Obwohl die Inschrift selbstverständlich wirkt, ließ sie fast 22 Jahre auf sich warten -- das Ergebnis eines zähen politischen Streits.
Quellen: de.wikipedia.org
Reichstagskuppel
Wer die gläserne Kuppel betritt, steht direkt über dem Plenarsaal des Deutschen Bundestage… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Außenbau und die Zimmermann-Kuppel
Die massiv wirkenden Außenmauern des Reichstags täuschen: Der Ende des 19. Jahrhunderts er… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Innenausstattung
Der 1894 fertiggestellte Bau war für seine Zeit technisch außerordentlich fortschrittlich:… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Säulenportikus und Giebelfeld
Wer vor dem Westportal des Reichstags den Blick hebt, sieht im Giebeldreieck das Reichswap… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Wappenbaumreliefs am Hauptportal
Links und rechts des westlichen Haupteingangs befinden sich je ein Wappenbaumrelief — der… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Sandsteinallegorien an den Ecktürmen
An den Außenwänden der vier Ecktürme sind je vier Sandsteinallegorien angebracht — insgesa… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Bismarck-Nationaldenkmal
Unmittelbar vor dem Reichstag stand einst das Bismarck-Nationaldenkmal, ein Werk des Bildh… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Widmungsinschrift
Im Innenhof des Reichstags befindet sich eine Installation, die leicht zu übersehen ist, a… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: de.wikipedia.org
Häufige Fragen
Welche übersehenen Ecken lohnen sich im Inneren von Reichstagsgebäude?
Schlusssteine der Ecktürme, Geistige und praktische Kräfte des modernen Staats (die 16 Turmfiguren), Stammbaumreliefs am Westportal und mehr — insgesamt 13 Orte, jeder mit Quellen und einem Guide in deiner Sprache zum Lesen oder Hören vor Ort.
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