Meiji-Jingū Meiji Jingu
Wer das große Torii-Tor gegenüber dem Bahnhof Harajuku durchschreitet, lässt das Großstadtgetümmel Tokios sofort hinter sich — dichtes Grün schließt sich um den Weg, und der Lärm erstirbt. Der Meiji-Jingū ist dem Kaiser Meiji und seiner Gemahlin, Kaiserin Shōken, geweiht und wurde am 1. November 1920 eingeweiht, wenige Jahre nach dem Tod des Kaisers. Das Schreingelände umfasst rund 73 Hektar; ursprünglich war das Areal der Sommersitz der Ii-Familie aus Hikone und zählte später zum Kaiserlichen Domänengut. Der scheinbar urwüchsige Wald ist in Wirklichkeit ein angelegter Forst: Ab 1916 pflanzten Jugendgruppen aus ganz Japan in freiwilliger Gemeinschaftsarbeit rund 100.000 gestiftete Bäume. Jedes Jahr zu Neujahr verzeichnet der Meiji-Jingū die höchsten Besucherzahlen aller japanischen Schreine beim Hatsumōde, dem ersten Schreinbesuch des neuen Jahres. Jenseits des Toriis haben Halle, Tor, Garten und Brücke ihre je eigene Geschichte — es lohnt sich, das Tempo zu drosseln und genau hinzuschauen.
Japan · 33 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Meiji Jingū Museum
Wer auf dem südlichen Sandō — dem Hauptweg zum Schrein — in Richtung Haupthalle geht, entdeckt links einen flachen, langgezogenen Holzbau mit weit ausladendem Dachüberstand, der sich eng an den Waldrand schmiegt: das Meiji Jingū Museum. Es wurde am 26. Oktober 2019 zur Feier des hundertjährigen Schreinbestehens eröffnet und vom Architekten Kengo Kuma entworfen. Es löst das alte Hōmotsuden auf dem Hügel ab, das wegen Sanierungsarbeiten geschlossen wurde, und beherbergt nun die persönlichen Gegenstände von Kaiser Meiji und Kaiserin Shōken. Wie es das Museum selbst formuliert, ist es dem „Gedenken an die Hofkultur der Meiji-Ära und der Präsentation der mit den verehrten Gottheiten verbundenen Objekte“ gewidmet. Kuma Kengos typisch niedrige, horizontale Linienführung lässt das Gebäude im Grün des Waldes verschwinden, statt mit ihm in die Höhe zu streben.
Quellen: ja.wikipedia.org
Kaiserlicher Garten Meiji Jingū Gyoen
Wer vom Hauptweg in diesen kostenpflichtigen Garten abbiegt, betritt einen Ort, dessen Geschichte älter ist als der Schrein selbst: Der Meiji Jingū Gyoen — auch Yoyogi Gyoen genannt — umfasst rund 83.000 Quadratmeter und ist die einzige Stelle im Innenbezirk des Schreins, auf der schon vor der Schreinsgründung Bäume standen. In der Edo-Zeit (1603–1868) war das Gelände zunächst Sommersitz der Familie Katō Kiyomasa und später der Familie Ii; in der Meiji-Ära ging es in den Besitz des Kaiserhauses über. Kaiser Meiji und Kaiserin Shōken schätzten den Garten sehr. Teehaus, Pavillons, Angeltempel und ein Schwertlilienfeld verteilen sich über das Areal; ganz am Ende liegt der Kiyomasa-Brunnen, der durch eine Fernsehsendung berühmt wurde. Der Garten ist das ganze Jahr geöffnet und bietet eine willkommene Auszeit vom Besucherstrom auf dem Sandō.
Quellen: en.wikipedia.org
Hōmotsuden (Altes Schatzkammergebäude)
Dieses 1921 (Taishō 10) errichtete Gebäude im Stil der historischen Shōsōin-Schatzkammer in Nara spielte in der dunkelsten Nacht des Schreins eine entscheidende Rolle. In der Nacht zum 14. April 1945 heulten die Luftschutzsirenen, und Brandbomben fielen rund ums Schreingelände. Ein wachhabender Priester traf die schnelle Entscheidung, die Mitamashiro — die geheiligten Objekte, in denen die Gottheit des Schreins gegenwärtig ist — aus der Haupthalle zu bergen und durch den Wald in Sicherheit zu bringen: ins Hōmotsuden. Kaum war die Mitamashiro in Sicherheit, brach in der Haupthalle um 1:40 Uhr in der Früh Feuer aus; die Halle brannte bis zum Morgengrauen nieder und wurde vollständig zerstört. Auch die in der Halle verbliebenen sakralen Objekte wurden gerettet und ebenfalls im Hōmotsuden verwahrt.
Quellen: ja.wikipedia.org
Sake-Fässer (Hohei-Sakedaru)
Wer auf dem Kiesweg des südlichen Sandō entlanggeht, sieht rechts ein breites Holzgestell, auf dem sorgfältig gestapelte, in Reisstroh eingewickelte Fässer aufgereiht sind: die Hohei-Sakedaru, rund 125 verschiedene Sorten Sake-Fässer, die Brauereien aus ganz Japan freiwillig als Weihegabe gestiftet haben. Im Shintō gilt Sake — das traditionelle japanische Reiswein-Getränk — als heilig und ist bei Zeremonien, Ritualen und Opfergaben unverzichtbar. Die Brauereien weihen dem Meiji-Jingū Fässer, um die verehrten Gottheiten zu ehren und eine alte Handwerkstradition zu bewahren, die mit den Schreinen seit Jahrhunderten verbunden ist. Die Ausstellungsfässer sind leer und dienen ausschließlich der Schau. Die Etiketten und Schriftzeichen jeder Brennerei unterscheiden sich — wer genau hinschaut, entdeckt ein kleines Stück japanischer Brauereikultur.
Quellen: romantabi.com · overpass-api.de
Burgunder Weinfässer (Hohei-Waindaru)
Direkt neben den Sake-Fässern steht eine weitere, niedrigere Gruppe von Eichenfässern aus dem Burgund (Bourgogne), Frankreich — derzeit rund 60 Stück. Ein Schild daneben erklärt auf Japanisch: „Diese Fässer wurden aus dem französischen Burgund gestiftet, in Erinnerung daran, dass Kaiser Meiji Wein zur Pflege seiner Gesundheit zu trinken pflegte.“ Die Schenkung begann 2006 auf Initiative des Tokioter Büros der Burgund-Repräsentanz und örtlicher Weingüter mit zunächst 19 Fässern, die seither Jahr für Jahr ergänzt wurden. Auf den Fässern sind Bezeichnungen renommierter Lagen wie Romanée-Conti zu lesen — doch auch sie sind leer und dienen als symbolische Weihegabe, nicht als Getränkereserve.
Quellen: vegeage.jp · overpass-api.de · rekishidb.meijijingu.or.jp
Nagaden (Langhalle)
Die Nagaden, eine langgestreckte Halle nahe dem Außenumgang des Hauptschreins, ist der Ort… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: alexrockinjapan.com · ja.wikipedia.org
Kyakuden (Empfangshalle)
Die Kyakuden nahe dem Süd-Schreintor ist der Festsaal des Meiji-Jingū für Shintō-Trauungsz… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: jinjabukkaku-arekore.com
Temizuya (Reinigungspavillon)
Wer das Süd-Schreintor betritt, schöpft hier zunächst mit einer Holzkelle Wasser, um seine… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: online.bunka.go.jp · online.bunka.go.jp · ja.wikipedia.org
Großes Torii des Meiji-Jingū
Am Eingang des südlichen Pilgerwegs erhebt sich dieses mächtige Torii – das Schreintor aus… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Schreinanlage (Shaden)
Die Schreinbauten des Meiji-Jingū folgen keinem überlieferten Stil von der Stange, sondern… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Meiji-Jingū Gaien (Äußerer Garten)
Der Gaien (Äußerer Garten) unterscheidet sich grundlegend vom bewaldeten Inneren Heiligtum… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Chinjunomori (Schutzwald des Schreins)
Der Wald, der sich hier um den Schrein breitet, ist kein gewachsener Naturwald: Vor der Ei… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Die 36 Kulturdenkmalbauten des Meiji-Jingū
Am 23. Dezember 2020 (Reiwa 2) wurden 36 Bauwerke des Meiji-Jingū auf einmal als Nationale… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Honden (Hauptschrein)
Der Honden ist das ranghöchste Gebäude der gesamten Schreinanlage – hier ruhen die Mitamas… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Naihaiden und Noritoden (Innere Gebetshalle und Gebetsworthalle)
Naihaiden (innere Gebetshalle) und Noritoden (Gebetsworthalle) liegen unmittelbar vor dem… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Naiin-Watarōrō (Überdachter Verbindungsgang im Innenhof)
Der Naiin-Watarōrō ist der überdachte Verbindungsgang, der die einzelnen Gebäude des Innen… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Gahaiden (Äußere Gebetshalle)
Die Gahaiden (äußere Gebetshalle) ist der Ort, an dem gewöhnliche Besucher ihre Hände falt… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Hōko (Schatzkammer)
Die Hōko dient in normalen Zeiten als unterirdisches Lagergewölbe des Schreins – doch im J… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Naiin-Sukashibe und Kitatomon (Durchbrochene Umfassungsmauer und Nordtor des Innenhofs)
Naiin-Sukashibe (durchbrochene Umfassungsmauer) und Kitatomon (nördliches Tor) grenzen den… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Shinsenjo und Watarōrō (Opferspeisenzubereitung und Verbindungsgang)
Das Shinsenjo ist die Küche, in der die rituellen Shinsen-Opfergaben für die Gottheit vorb… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Kita-Kairō (Nördlicher Umgang)
Der Kita-Kairō ist der überdachte Umgang an der Nordseite des Innenhofs und verbindet die… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Kita-Shinmon (Nördliches Schreintor)
Das Kita-Shinmon ist das hölzerne Tor an der Nordseite des Innenhofs des Meiji-Jingū. Es w… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: online.bunka.go.jp
Gaiin-Kairō (Umgang des Außenhofs)
Der Gaiin-Kairō ist der überdachte Umgang, der den Außenhof (Gaiin) umschließt; er umfasst… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Higashi-Shinmon (Östliches Schreintor)
Das Higashi-Shinmon ist das hölzerne Vierpfostentor auf der Ostseite des Außenhofs, im Kir… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org · hineriman.work
Nishi-Shinmon (Westliches Schreintor)
Das Nishi-Shinmon auf der Westseite des Außenhofs ist baugleich mit dem östlichen Pendant… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org · hineriman.work
Minami-Shinmon (Südliches Schreintor)
Das Minami-Shinmon ist das Haupttor, durch das Pilger vom südlichen Pilgerweg (Minami-Sand… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Shinkyō (Schreinbrücke)
Die Shinkyō überquert einen kleinen Bach auf dem südlichen Pilgerweg, kurz hinter dem Tori… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Meiji-Jingū-Hōbutsuden – 13 Kulturdenkmalbauten
Die dreizehn Bauwerke des Meiji-Jingū-Hōbutsuden (Schatzhausgelände) sind Meisterwerke des… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Ost-West-Galerien (Tōzaikurō)
Die Tōzaikurō sind die ost-westlich ausgerichteten Verbindungsgalerien des Hōbutsuden-Scha… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Ost-West-Brückengalerien (Tōzaikkyōrō)
Die Tōzaikkyōrō sind die ost-westlich ausgerichteten Verbindungsgänge mit Brückenkonstrukt… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Ost-West-Übergangsgalerien (Tōzai-Watarōrō)
Die Tōzai-Watarōrō sind eine weitere Gruppe ost-westlicher Übergangsgänge innerhalb des Hō… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Haupttor des Hōbutsuden
Dieses Haupttor bildet den repräsentativen Eingang zum Hōbutsuden-Ensemble des Meiji-Jingū… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: online.bunka.go.jp
Tachi Mei Sukeshige (Schwert mit der Signatur Sukeshige)
Das Tachi Mei Sukeshige – ein langes, einhändig geführtes japanisches Schwert (Tachi) mit… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
Quellen: ja.wikipedia.org
Häufige Fragen
Welche übersehenen Ecken lohnen sich im Inneren von Meiji-Jingū?
Meiji Jingū Museum, Kaiserlicher Garten Meiji Jingū Gyoen, Hōmotsuden (Altes Schatzkammergebäude) und mehr — insgesamt 33 Orte, jeder mit Quellen und einem Guide in deiner Sprache zum Lesen oder Hören vor Ort.
Ist der Guide zu Meiji-Jingū kostenlos?
Die ersten 5 Orte sind kostenlos; die übrigen 28 schaltest du mit einem Einmalkauf frei (kein Abo).