Santa Maria delle Grazie
An der Via Magenta in Mailand steht diese Kirche aus rotem Backstein mit weissem Marmorportal — bescheiden genug, um übersehen zu werden. Sie ist Heiligtum und Wallfahrtsort der Dominikaner: Zwischen 1492 und 1493 ließ Ludovico il Moro, Herzog von Mailand, an der Apsis einen Renaissance-Chorraum mit halbrundem Kuppelgewölbe als Grablege der Sforza anfügen — eines der bedeutendsten Werke der lombardischen Renaissance. Was die Kirche weltweit bekannt macht, ist jedoch das Refektorium des angrenzenden Klosters: Leonardos „Letztes Abendmahl“ an der dortigen Wand verhalf dem Bauwerk zur Aufnahme als zweites italienisches UNESCO-Weltkulturerbe, nach den Felszeichnungen im Valcamonica. Wer den berühmten Speisesaal verlässt und weitergeht — durch die Seitenkapellen, den Kreuzgang und die alte Sakristei — entdeckt Winkel, an denen die meisten Besucher achtlos vorübergehen.
Italien · 19 Die übersehenen Ecken im Inneren
Die übersehenen Ecken im Inneren
Das letzte Abendmahl
Es wird oft als Fresko bezeichnet — doch das ist es nicht. Leonardo mochte die Technik der Nassmalerei nicht: Das Arbeiten in den noch feuchten Kalkputz, mit dem Zwang, zügig und in einem Zug fertigzuwerden, war mit seiner Gewohnheit des ständigen Überarbeitens und behutsamen Schichtens unvereinbar. Er wählte stattdessen eine Methode, die der Tafelmalerei ähnelt: auf dem trockenen Putz, Lage für Lage. Die 4,60 × 8,80 Meter große Wandfläche gewann dadurch eine außergewöhnliche Feinheit der Übergänge und Farbschichtungen — doch die Technik machte das Werk von Anfang an anfällig. Ludovico il Moro beauftragte Leonardo 1494, das Refektorium von Santa Maria delle Grazie auszumalen; 1498 war das Bild fertig. Es gilt als Leonardos Meisterwerk und als eines der bekanntesten Gemälde der gesamten italienischen Renaissance.
Quellen: it.wikipedia.org
Architektur und Kirchenschiff
Der Blick nach oben zeigt, dass diese Kirche aus zwei Epochen zusammengesetzt ist. Der vordere Teil — drei niedrige, dunkle Schiffe — stammt vom lombardischen Architekten Guiniforte Solari und folgt der örtlichen Gotiktradition. Am Vierungskreuz ändert sich das abrupt: Helles Licht fällt ein, wo Donato Bramante später einen mächtigen Chorraum mit halbrundem Kuppelgewölbe anfügte und Solaris düsteres Raumgefühl in sein Gegenteil verkehrte.
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Kapelle der Marienverehrung
In der ersten Kapelle auf der rechten Seite fällt das Altargemälde sofort auf — dabei stammt es ursprünglich nicht von hier. Es ist ein abgelöstes Fresko aus der siebten Kapelle (der eigentlichen Gnadenkapelle) und zeigt die Muttergottes, die sich anbetend über das Jesuskind beugt; im unteren Bildstreifen sind die Stifter und ihre Familie porträtiert. Der Maler ist unbekannt, das Werk entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts und trägt noch deutlich spätgotische Züge. Die Kapelle gehörte ursprünglich Paolo da Cannobio und war dem heiligen Paulus geweiht: Ein Gemälde des Gaudenzio Ferrari mit dem Apostel stand einst auf dem Altar, wurde jedoch während der französischen Besatzung zu Beginn des 19. Jahrhunderts konfisziert und befindet sich heute im Musée des Beaux-Arts in Lyon.
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Kapelle des hl. Martin de Porres
Die zweite Kapelle rechts ist dem heiligen Martin de Porres geweiht. Das Hauptaltarbild schuf Silvio Consadori 1962 und stellt Martin in mystischer Ekstase dar. Ringsum reihen sich vier Grabmäler aus dem 16. Jahrhundert an den Wänden. Sichtbar erhalten ist außerdem ein Fresko, das Martin zu Pferd zeigt, wie er seinen Mantel teilt und einem Armen gibt; es entstand um 1500, wurde 1959/60 abgelöst und auf Leinwand übertragen — heute hängt es in der neuen Sakristei.
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Engelskapelle (Marliani-Kapelle)
Die dritte Kapelle rechts wird gewöhnlich Engelskapelle genannt oder nach ihren früheren Besitzern Marliani-Kapelle. Wandmalereien und Altartafel stammen von einem unbekannten lombardischen Maler des 16. Jahrhunderts, dessen Stil als dem Umkreis von Parmigianinos Nachfolgern verwandt gilt; die Bildthemen kreisen um den Erzengel Michael, die Datierung um 1560. Im Gewölbe sind die neun Engelsordnungen dargestellt, ebenfalls von unbekannter Hand. Die beiden Bogenzwickel zeigen je eine Szene: links den Sturz der gefallenen Engel, rechts die Sendung des Engels Gabriel — diese beiden Felder werden den Söhnen Bernardino Luinis zugeschrieben.
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Cappella della Corona di Spine (Dornenkronenkapelle)
Die vierte Kapelle auf der rechten Seite gehörte einst der Bruderschaft der Dornenkrone, d… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella di San Domenico (Dominikuskapelle)
Die fünfte Kapelle rechts diente ursprünglich als Grabstätte der Familie Vimercati: Agosti… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella di San Vincenzo Ferrer (Atellani-Kapelle)
Die sechste Kapelle rechts gehörte der Familie Atellani, deren etwa 400 Jahre altes Stadth… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella di San Giovanni Battista (Johanneskapelle)
Die siebte und letzte Kapelle auf der rechten Seite ist dem heiligen Johannes dem Täufer g… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella di Santa Caterina (Bolla-Kapelle)
Die erste Kapelle links ist die Katharinenkapelle, auch Cappella Bolla genannt — die Famil… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella di San Giovanni Evangelista
Die vierte Kapelle links ist dem heiligen Johannes dem Evangelisten (dem Apostel Johannes)… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella di San Giuseppe (Josefskapelle)
Die sechste Kapelle links ist dem heiligen Josef geweiht und wurde nach dem Zweiten Weltkr… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cappella della Madonna delle Grazie (Gnadenkapelle)
Die letzte Kapelle links ist der Madonna delle Grazie gewidmet — und der eigentliche Urspr… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Chiostro delle Rane (Froschkreuzgang)
Im Durchgang zwischen Kirche und Sakristei liegt ein kleiner quadratischer Kreuzgang, der… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Alte Sakristei (Bramante-Sakristei)
Gegenüber dem Froschkreuzgang liegt die alte Sakristei, auch Bramante-Sakristei genannt. E… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Weitere Kreuzgänge
Neben dem bekannten Froschkreuzgang besitzt das Kloster drei größere Kreuzgänge, alle auf… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Weitere Räume
Östlich des Totenkreuzgangs befanden sich einst der Kapitelsaal und der Sprechraum (Locuto… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Orgel
Im Hauptschiff, nahe dem Chorbereich, ist die Orgel zu hören und zu sehen. Das Instrument… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Cenacolo Vinciano (Refektorium mit dem Abendmahl)
Das Refektorium beherbergt Leonardos Das Abendmahl — doch der Raum selbst ist ebenfalls ei… 🔒 Vollständigen Guide freischalten
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Häufige Fragen
Welche übersehenen Ecken lohnen sich im Inneren von Santa Maria delle Grazie?
Das letzte Abendmahl, Architektur und Kirchenschiff, Kapelle der Marienverehrung und mehr — insgesamt 19 Orte, jeder mit Quellen und einem Guide in deiner Sprache zum Lesen oder Hören vor Ort.
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